Geschrieben am November 2nd, 2008
loics
Die Wahlen gehören seit einer Woche der Vergangenheit an. Es wurde viel berechnet und analysiert. Ich gebe offen zu, dass Zahlen nicht so mein Ding sind. Bereits als Kind hatte ich meine liebe Mühe damit.
Wenn ich im Allgemeinen an die Vergangenheit denke, vor allem beim Beobachten meiner Kinder, erinnere ich mich oft an meine eigene Kindheit.
Ich bin 1965 geboren. Zu diesem Zeitpunkt wohnten meine Eltern, mit meinen zwei älteren Schwestern, einen Steinwurf entfernt vom jetzigen Ort an dem ich heute mit Roland, Niklas und Jannes wohne. Kurz nach meiner Geburt, zog die Fries-Familie an die Waldhofstrasse 46. Dort wohnten wir bis ich zwei Jahre alt war. Wirklich aufgewachsen bin ich an der Bleienbachstrasse. In der Nähe der Porzellanfabrik, in der mein Vater fast 40 Jahre arbeitete.
Meine Mutter erzählte mir, dass ich, milde ausgedrückt, ein sehr lebendiges Kind war. Sie wusste nie was ich als nächstes im Schilde führte. Eines Tages brachte ich es fertig, kleine Steine in meine Nase zu stossen. Zum Glück war und ist meine Mutter eine patente Frau. Sie konnte die Steinchen, eines nach dem anderen, entfernen.
So mit drei Jahren hatte ich das Bedürfnis, den niegelnagelneuen Wecker meiner Mutter, welchen sie von meinem Vater geschenkt bekommen hatte, in die Kloschüssel zu werfen. Damit wirklich alles in der Kanalisation landete, spülte ich, wie es sich gehört, kräftig nach.
Kinder lieben es früh aufzustehen. Das war bei uns nicht anders. Ich weiss noch gut, wie sich meine kleine Schwester und ich am Sonntag Morgen um 7h00 vor der Schlafzimmertür meiner Eltern platzierten. Wir legten unsere Decken und Kissen auf den Boden, kuschelten uns darin ein und warteten bis unsere Eltern aufstanden um Frühstück zu machen.
So vergeht die Zeit und man hat selber Kinder. Zum Glück hat es noch keiner der beiden Buben versucht, sich Steinchen in die Nase zu stopfen. Trotzdem schaffen sie es, uns täglich auf Trab zu halten. Einer von beiden ist ein besonders Wilder. Wenn ich zwischendurch meiner Mutter davon erzähle, fällt ihre Antwort immer gleich aus: “Steff, das hat er von dir, du warst genauso!” Ich gebe ehrlich zu, dass mir diese Tatsache kein wirklicher Trost ist.
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